Substanzwert und Zukunftserwartung beeinflussen die Aktienkurse

Aktienkurse

Gerade in Zeiten dynamischen Wachstums oder der Verunsicherung über die Entwicklung des Wertes der eigenen Währung gibt es eine Renaissance der Sachanlagen. Was bei festverzinslichen Wertpapieren relativ einfach ist - die Feststellung eines angemessenen Wertes - dies ist bei der Bestimmung fairer Aktienkurse schon wesentlich schwerer.

Für die Aktienkurse gibt es jedoch zwei Bestimmungsgrößen, die über die einzelnen Börsenzyklen oder auch Konjunkturphasen unverändert bleiben:

Der Substanzwert und die Zukunftserwartung

Der Substanzwert als Einflussfaktor für Aktienkurse kann relativ einfach bestimmt werden. Am besten anhand eines produzierenden Betriebes: Nehmen Sie einen der großen Stromversorger und sehen Sie sich dessen Geschäftsbericht oder dessen Internet-Auftritt an. Da finden Sie dann ziemlich viele Informationen über eigene Grundstücke und Fabriken (in diesem Fall Kraftwerke) und die damit produzierte Stromleistung. Der daraus entstehende Umsatz entwickelt sich - mit Ausnahme einiger kleinerer Schwankungen aus Servicegeschäften oder anderen Geschäftsfeldern - stetig und langsam nach oben. Diesen Substanzwert einer RWE, einer e.on finden Sie oftmals auch in Zeitungsartikeln. Als Beispiel für einen produzierenden Betrieb, der relativ geringen Schwankungen unterliegt. Teilt man dann den Aktienkurs durch den Gewinn pro Aktie so erhält man das Kurs-Gewinn Verhältnis und kann dies im historischen Vergleich beurteilen. Dabei kann man dann sehen, ob dieses Unternehmen im Moment "zu teuer" oder "zu billig" ist. Also eine eher mathematisch orientierte Bestimmung für Aktienkurse.

Ein zweiter, schwerwiegender Einflussfaktor auf die Aktienkurse ist die sog. Zukunftserwartung. Dabei versuchen Analysten oder auch Journalisten ihre eigene, subjektive Erwartung für die Zukunft nicht nur verbal zu beschreiben, sondern auch in einen Einflussfaktor für Aktienkurse umzurechnen. Derzeit aktuell ist das Beispiel des Unternehmens Facebook, dessen Haupteinnahmequelle Internet-Werbung darstellt. Hier unterstellen die Marktbeobachter ein weiteres rasantes Wachstum und beantworten damit die Frage, ob die derzeit an Großinvestoren angebotenen Anteile günstig oder teuer wären. Geht Facebook dann an die Börse und an die breite Öffentlichkeit, dann wird eben diese Zukunftserwartung oder das erwartete Wachstum ein Hauptbestandteil des Aktienkurses sein. Denn die Produktionsanlagen bzw. Substanzwerte (in diesem Fall die Rechenzentren und die Programmierung) machen nur einen Bruchteil des Gesamtwertes aus. Dieses Beispiel zeigt, dass eine Aktie oder ein Unternehmen fast nur aufgrund von Zukunftserwartungen bewertet wird.